Glatzerland in Gotteshand

 

                                         Geschichte

Das denkmalgeschützte Barackenlager in Coesfeld-Lette

                                                                 Barackenlager
Eines der wenigen historisch bedeutsamen Gebäude  in Lette ist das etwa 3 km westlich des Ortes gelegene Barackenlager, welches wegen seiner wechselvollen Geschichte und seines relativ vollständigen Erhaltungszustandes 1993 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Wegen dieser historischen, auch überörtlichen Bedeutung haben sich Mitglieder des Heimatvereins Lette schon früh für das Lager interessiert und Dokumente aller Art, z.B. Akten, Fotos oder Zeitungsberichte für ihr Archiv gesammelt.
Truppführerschule


Errichtet  wurde es 1933 gleich nach der „Machtergreifung“ durch die Nationalsozialisten angeblich als SA – „Sportschule“, in Wirklichkeit als eine paramilitärische und ideologische Ausbildungsstätte. 1935 wurde das Lager umfunktioniert zur Truppführerschule 8 des Reichsarbeitsdienstes. 21 – 22jährige Burschen wurden in dreijährigen Lehrgängen auf ihre Führungsaufgaben im nationalsozialistischen Geiste vorbereitet. Da das Lager relativ weit vom Dorf entfernt lag, bekamen die Letteraner nicht viel vom Geschehen in der Schulungsstätte mit, zumal die Aktivitäten nach Kriegsbeginn ohnehin stark nachließen. Unmittelbar nach dem alliierten Einmarsch am Kriegsende waren ab April 1945 im Barackenlager in  Lette befreite ausländische Zwangsarbeitskräfte aus Polen und Russland untergebracht, bevor sie in ihre Heimatländer zurückgeführt wurden.
Ab 1. Mai 1946 bis Ende September 1946 nutzte der Kreis Coesfeld das notdürftig wiederhergerichtete Barackenlager als Durchgangslager für die gruppenweise im Kreisgebiet eintreffenden Ostvertriebenen, wobei die Belegungszahl auf 450 Personen erhöht war. Tausende müssen das Lager durchlaufen haben, denn 1951 lebten rund 11.000 Vertriebene im Kreis Coesfeld und stellten 14,8 % der Gesamtbevölkerung.

Heimbewohner vor der Baracke

Heimbewohner im Außenbereich