Glatzerland in Gotteshand

 

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Das denkmalgeschützte Barackenlager in Coesfeld-Lette

Neue Infotafeln am Heidefriedhof in Lette

Verbindung zwischen neuer und alter Heimat

2018 Infotafeln
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Foto: Algemeine Zeitung Coesfeld

Der Verein Denkmal Barackenlager Lette und der Heimatverein haben den Heidefriedhof ordentlich aufgewertet. Sie haben nun zwei Infotafeln zu den Stelen am Eingang angebracht.

 

                       Verein Denkmal Barackenlager Lette bekommt 33 000 Euro für neue Dauerausstellung

LETTE. Mit leeren Händen ist er nicht angereist. Eine Förderzusage hatte er in seiner Tasche, sehr zu Freude der Mitglieder des Vereins Denkmal Barackenlager Lette.  Eine Finanzspritze in Höhe von 33 000 Euro verspricht Eckhard Uhlenberg dem Verein. Der ehemalige Landtagspräsident und NRW-Umweltminister ist heute der Präsident der Nordrhein-Westfalen-Stiftung, das verschiedene Kulturprojekte fördert. So unterstützt er auch den Verein Denkmal Barackenlager, der es sich als Ziel gesetzt hat, auf Vertriebene aus Schlesien und deren Schicksale aufmerksam zu machen. Das soll im Rahmen einer neuen Dauerausstellung im Heimathaus Lette geschehen. „Das ist ein wichtiges Thema", weiß auch Uhlenberg das Vorhaben des Vereins zu schätzen „Es ist eine wirklich tolle Arbeit, die hier geleistet wird", sagt er.

Barackenlager Stiftung NRW

 In zwei Räumen soll in naher Zukunft eine interaktive Ausstellung entstehen. Dass dabei neue Medien zum Einsatz kommen, ist Harald Dierig, dem Vorsitzenden des Vereins, besonders wichtig:  „Wir möchten mit der neuen Dauerausstellung auch junge Menschen ansprechen.  Vielleicht kommen auch mal Schulklassen zu Besuch", blickt Dierig in die Zukunft.  Die Ausstellung soll in Kooperation mit dem Heimatverein im Wartebereich der Verwaltungsnebenstelle und einem angrenzenden Raum entstehen. Die Geschichten von Vertriebenen und Erfahrungen von Zeitzeugen sollen wesentliche Bestandteile der Dauerausstellung werden. In der Mitte eines Raumes werde ein Multimedia-Tisch stehen, der Fluchtrouten und die Nutzung der Baracken `im Letter Bruch anschaulich darstellen kann. „Wir möchten damit eine Ergänzung zu der schon vorhandenen Ausstellung im Heimatmuseum machen", sagt Dierig.

Text aus der Allgemeinen Zeitung Coesfeld vom 11.09.2018

 Mitgliederversammlung am 17.08.18 im Heimathaus Lette

 Zur Mitgliederversammlung des Vereins Denkmal Barackenlager Lette am 17.08.2018 im Letter Heimathaus konnte der Vorsitzende, Harald Dierig, zahlreiche Mitglieder und Gäste von nah und fern begrüßen. Auf der Versammlung wurde druckfrisch die Broschüre Erinnerungsstätte Heidefriedhof in Coesfeld–Lette am historischen Barackengelände vorgestellt. Die Dokumentation wurde mit großem Interesse aufgenommen und kann nun auch von Nichtmitgliedern zum Preise von 7 € erworben werden (Telefon: 02546-1022)

.2018 Jahreshauptversammlung Dechant Trautmann                                                                                                       

Nach Abwicklung der Regularien hielt Dechant Markus Trautmann, Dülmen, einen Lichtbildervortrag unter dem Titel „Wir stehen vor dem Nichts!“. Das Leben meiner Großmutter als Heimatvertriebene im Westmünsterland, rekonstruiert durch Briefe und Fotos“. Der Bericht wurde mit lang anhaltendem Beifall aufgenommen.
 

Geld für Baracken-Präsentation
Ausstellung wird wahr


LETTE. Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung hilft dem Verein „Denkmal Barackenlager Lette e.V.“ mit einem Zuschuss von bis zu 33 000 Euro dabei, im Heimathaus in Lette eine neue Dauerausstellung einzurichten. Diese Förderung beschloss jetzt der Vorstand der NRW-Stiftung unter Vorsitz des früheren NRW-Umweltministers und Landtagspräsidenten Eckhard Uhlenberg. Als Vorstandsmitglieder NRW- Stiftung wird er die schriftliche Zusage demnächst persönlich überbringen, so der Pressetext der NRW-Stiftung. Um die Geschichte des denkmalgeschützten Barackenlagers künftig anschaulicher  präsentieren* zu können, möchte der Trägerverein eine Ausstellung im Heimathaus gestalten.

Heimathaus Lette

 Die Ausstellung soll neben der Geschichte des Lagers auch die Themen Vertreibung, Integration, Heimat, Herkunft und Nation aufgreifen. Es ist geplant, einen Multimedia-Tisch zu installieren, an dem virtuelle Modelle und Karten die unterschiedliche, Nutzung des Lagers verdeutlichen. Die Vereinsmitglieder haben zudem in den vergangenen Jahren zahlreiche Zeitzeugeninterviews geführt, die hier auch gezeigt werden sollen. Die Ausstellung wird mobil geplant, sodass sie auch in anderen Räumen gezeigt   werden kann. Mit den Fördermitteln der NRW-Stiftung, weiteren Zuwendungen des Landes und mit Hilfe örtlicher Sponsoren können die Pläne jetzt umgesetzt werden. Vor einigen Jahren schon  half die NRW-Stiftung dabei, den ehemaligen Heidefriedhof zu einer Erinnerungsstätte zu machen. Mehr als 3000 Natur- und Kulturprojekte konnte die Stiftung seit ihrer Gründung 1986 mit insgesamt etwa 265 Millionen Euro fördern. Das Geld dafür erhält sie überwiegend vom Land NRW. aus Lotterieerträgen von Westlotto, zunehmend aber auch aus Mitgliedsbeiträgen ihres Fördervereins und Spenden.
Text: Allgemeine Zeitung Coesfeld vom 25.07.2018          

1946 von Schlesien ins Münsterland vertrieben. Ein Film vom Verein
 “Denkmal Barackenlager Lette e.V.”

2018 Film Von Schlesien ins Münsterland


Der vom Verein Denkmal Barackenlager herausgebrachte neue Film:

“1946 von Schlesien  ins Münsterland vertrieben. Zeitzeugen berichten", ist passwortgeschützt über EDMOND NRW landesweit für Lehrkräfte und Schüler an allgemein-und berufsbildenden Schulen online verfügbar.

Der Film als DVD ist für 14,90 Euro plus 2,60 Euro beim
LWL-Medienzentrum für Westfalen
Fürstenbergstaße 13-15
48147 Münster
erhältlich
 

                                            Historischen Ort aufwerten

Abgeordnete Henrichmann, Korth und Panske im Barackenlager und auf dem Heidefriedhof zu Gast

LETTE. Mit einem Lern- und Gedenkort möchte der Verein „Denkmal Barackenlager  Lette“ an eine außergewöhnliche historische Stätte erinnern. Dank des gut erhaltenen Zustands ist das denkmalgeschützte, in der NSZeit errichtete Barackenlager Lette einmalig im Münsterland und weit darüber hinaus Der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann sowie die Landtagsmitglieder Wilhelm Korth und Dietmar Panske waren jetzt vor Ort, um sich über Pläne und Ideen des Vereins zu informieren. Sehr  beeindruckt zeigten sich die drei CDU-Politiker. Vor allem begrüßte Henrichmann, dass sich junge Menschen hier mit der Geschichte auseinandersetzen. Zum Beispiel hatten Schüler des Pictorius-Berufskollegs Entwürfe für die Gedenkstelen auf dem benachbarten Heidefriedhof  angefertigt. Henrichmann will die Arbeit des Vereins in Berlin unter anderem noch einmal der „Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ nahe bringen, Korth und Panske nahmen viele Eindrücke mit nach Düsseldorf, heißt es dazu in einer Pressemitteilung anlässlich des Ortstermins. Die Baracken beherbergten unter anderem ein Durchgangslager für Ostvertriebene und ein Altenheim. Über die wechselvolle Geschichte informierten der Vereinsvorsitzende Harald Dierig und die Historikerin Ingeborg Höting ihre Besucher.

HF Heidefriedhof Januar 2018 Henrichmann

Auf dem Heidefriedhof berichtete Ingeborg Höting (r.) über die Geschichte des Barackenlagers Lette. Über die Ideen des Vereins tauschten sich die CDU-Politiker Marc Henrichmann (2.v.r.), Wilhelm Korth (3.v.r.) und Dietmar Panske (2.v.l.) sowie Bürgermeister Heinz Öhmann (l.) mit dem Vereinsvorsitzenden Harald Dierig (3.v.l.)aus.

Zu denen zählten auch Bürgermeister Heinz Öhmann und Bernhard Kestermann, Vorsitzender des Bezirksausschusses Lette. Einblicke von Zeitzeugen lieferte ein Film, der im Heimathaus Lette gezeigt wurde. Hier soll auch die Ausstellung über das Barackenlager, das auf einem Privatgrundstück steht, ihren Platz finden. Der Film, der auch in einer Kurzform als DVD herausgegeben wurde, enthielt neben dem historischen Rückblick auch einige aktuelle Bezüge. Das galt vor allem, wenn die Flüchtlinge aus dem Osten von ihrer Aufnahme in Westfalen berichteten. Deren Integration glückte, auch wenn sie wegen konfessioneller und sprachlicher Unterschiede nicht einfach war – zum Beispiel wenn Protestanten auf Katholiken und der schlesische Dialekt auf Münsterländer Platt trafen
Text und Foto: Allgemeine Zeitung Coesfeld

 

Jahreshauptversammlung 2017 im Kaminzimmer des Heimathauses in Lette.
Erfreulich hoch war die Teilnehmerzahl des Vereins Denkmal Barackenlager Lette e.V. bei der Jahreshauptversammlung. Der erste  Vorsitzende Harald Dierig begrüßte die Mitglieder und Gäste und dankte für die rege Teilnahme an den Aktivitäten des Vereins im vergangenen Jahr.
2017 Jahreshauptversammlung (1)


Bild: Harald Dierig und Ingeborg Höting


Nach Abwicklung der Regularien hielt die Historikerin Ingeborg Höting einen Kurzvortrag mit dem Titel „Die 70. Wiederkehr der großen Versammlung der ostdeutschen Heimatvertriebenen auf dem Marktplatz in Coesfeld am 6. September 1947“. Anschließend erfolgte eine Aussprache, an der die eingeladenen Gäste und Zeitzeugen rege teilnahmen.
 

Neue Bank am Heidefriedhof

Erfreut waren die Aktiven vom Verein Barackenlager über eine Spende der Volksbank Lette Darup Rorup. Es gab 900 Euro für eine Holzbank am Heidefriedhof.

Übergeben wurde die Spende von Martin Aldenhoff. V.l. Barbara Dierig, Martin Aldenhoff, Harald Dierig Martha Elsbecker unHF-2017 Bankspende Volksbank d Karl Heinz Sommer vom IBP bei der Spendenübergabe.
Text und Foto: Allgemeine Zeitung Coesfeld

                                          Reisegruppe unterwegs in Rübezahls Reich

2017 Reisegruppe Schlesien

Foto:Erika Brieske

Eine Gruppe des Vereins Denkmal Barackenlager Lette unternahm eine Exkursion durch Schlesien. Nach einem Aufenthalt in Breslau reisten die Teilnehmer ins Glatzer Bergland. Von Bad Altheide aus wurde in das Herrgottländchen Schlesiens - auch als schlesischer Gesundbrunnen bezeichnet - bereist. Besichtigt wurde das Steinsägewerk, wo der Wünschelburger Sandstein bearbeitet wird, der auch die Gedenkstätte Heidefriedhof in Lette ziert. In Wünschelburg gedachten die Reisenden der 1946 Vertriebenen, von denen eine Großzahl im Kreis Coesfeld ein neues Zuhause fand. Weitere Stationen waren die Gedenkstätte Gut Kreisau (geheimer Treffpunkt der Widerstandsgruppe um James Graf von Moltke gegen das Hitlerregime), die Friedenskirche in Schweidnitz (Weltkulturerbe), und die wieder aufgebaute Schlossanlage Lomnitz im Hirschberger Tal. In Görlitz, mit seiner Vielzahl erhaltener wertvoller Baudenkmäler, endete die Reise durch Rübezahls Reich. Das Bild zeigt die Reisegruppe vor der Basilika in Albendorf, unweit von Wünschelburg in Schlesien gelegen.
 

Virtuelle Baracke im Heimathaus
Denkmal-Verein hat Anlaufstelle im Gebäude / Ausstellungen zu Flucht und Vertreibung geplant
Im Heimathaus in Lette hat der Verein „Denkmal Barackenlager Lette e.V.“ ab sofort eine feste Anlaufstation. Das sagte der Vorsitzende des Vereins, Harald Dierig. Ein entsprechender Mietvertrag mit der Stadt ist unterzeichnet, der Schlüssel übergeben worden.

2017 Schlüsselübergabe Heimathaus

Bildzeile: Symbolische Übergabe des Schlüssels für die Anlaufstelle des Vereins durch Uwe Dickmanns (Mitte, Stadtverwaltung) an den Vorsitzenden Harald Dierig. Mit im Bild sind Mitglieder des Barackenlager-Vereins sowie des Heimatvereins, hier mit dem Vorsitzenden Gerold Wilken (Reihe oben rechts im Bild).
 

Ein Raum der Verwaltungsnebenstelle ist dafür zur Verfügung gestellt worden. „Die Verwaltungsnebenstelle bleibt natürlich bestehen, sie wird dadurch nicht beeinträchtigt“, so Stadtsprecherin Andrea Zirkel. Der Nebenraum werde schlichtweg nicht mehr benötigt und nun ausgeräumt, um für den Barackenlager-Verein Platz zu schaffen.
Doch nicht nur eine feste Anlaufstelle will der Verein bieten. Er hat zudem vorgesehen, vor allem auch jüngeren Bürgern Informationen über die Geschichte des Barackenlagers und der aus den Ostgebieten vertriebenen Menschen näher zu bringen. Eine umfangreiche Dauerausstellung ist im Heimathaus zwar nicht geplant. Gleichwohl könnten nach Vorstellung des Vereins aber auch zeitlich befristete Ausstellungen das Thema Flucht und Vertreibung näher bringen. Dazu Harald Dierig: „Im ersten Halbjahr 2018 wollen wir im Heimathaus Lette eine Ausstellung von Dokumenten und Exponaten von Zeitzeugen zur Ankunft und Eingliederung im Kreis Coesfeld zeigen.“
Wegen der beengten Verhältnisse soll mit Hilfe digitaler Medien eine „virtuelle Baracke“ entstehen. So könnten auf Tablets Informationstexte, Videos, Bilder und historische Dokumente gezeigt werden.
Die Baracken des Durchgangslagers Lette haben Tausende von Ostvertriebenen durchlaufen. Im Jahr 1951 lebten rund 11 000 Vertriebene im Kreis Coesfeld und stellten somit rund 15 Prozent der Gesamtbevölkerung dar. Einige blieben im Barackenlager, das vom Kreis Coesfeld bis 1960 als Altenpflegeheim für Ostvertriebene genutzt wurde. Auf dem Heidefriedhof sind bis zum Jahr 1960 über 100 Menschen begraben, deren Namen auf Info-Tafeln aufgelistet sind.
An ihre Schicksale erinnern seit November auch zwei Stelen, die Ende des Jahres auf dem Heidefriedhof an der Bruchstaße in Lette feierlich eingeweiht worden sind. Zwischen den Stelen angebracht ist eine Gedenkschwelle mit dem Spruch: „Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung“ von Klaus Bonhoeffer. Zugleich wurde bei diesem Anlass der 70-jährigen Wiederkehr der Ankunft der Vertriebenentransporte in Lette gedacht.
Intensiv mit der Thematik beschäftigt hat sich der Historiker Prof. (im Ruhestand) Dr. Joachim Kuropka.
Text und Bild: Allgemeine Zeitung Coesfeld
 

Neue Chancen fürs Barackenlager in Lette
Abgeordneter Karl Schiewerling will Bundesstiftung  Flucht, Vertreibung, Versöhnung einbinden.

Von Viola  ter Horst . Allgemeine Zeitung Coesfeld vom 14.01.2017

 

COESFELD. Bundestagsabgeordneter Karl Schiewerling (Nottuln) sieht gute Chancen, dass es mit dem Barackenlager  Lette weitergeht. Schiewerling will die Bundesstiftung Flucht, Vertreibung,  Versöhnung in das Projekt einbinden. „Es gibt die Idee, dass Lette eine Außenstelle der Stiftung wird", so der CDU-Abgeordnete. Wenn die Stiftung zustimme, müssten haushaltsrechtliche Voraussetzungen geschaffen werden, um ein Konzept zu entwickeln. „Wir haben das Gelände voriges Jahr mehrmals besucht und gemeinsam mit meinem Kollegen aus dem Bundestag, Dr. Philipp Lengsfeld, werde ich nun die Konzeptstudie auf den Weg bringen", kündigt Schiewerling an. Vorher müsse aber die Frage der Finanzierung klar sein. „Wenn alles klappt, wäre das eine gute Grundlage für die weitere Zukunft des Barackenlagers", so der Abgeordnete, der darauf hofft, dass spätestens fürs nächste Jahr Fördermittel in Aussicht stehen. Das denkmalgeschützte Areal an der Bruchstraße in Lette war im Jahr 1933 als SA-Sportschule errichtet worden und diente nach 1945 als Durchgangslager für Heimatvertriebene aus den deutschen Ostgebieten.

2016 Barackenlager Lette

 Schon seit Jahren laufen von verschiedenen Seiten Bemühungen, um das Barackenlager, das sich in Privatbesitz befindet, als Erinnerungsort zu bewahren und weiter zu entwickeln. Aktiv ist insbesondere der Verein Denkmal Barackenlager, der mit der Historikerin Ingeborg Höting mehrere Projekte entwickelte. Örtliche und überörtliche Mandatsträger sind von der Bedeutung überzeugt - zumal Barackenlager wie in Lette damals zwar typisch waren, aber es kaum noch welche gibt, die erhalten sind. So zeigte  Staatsministerin Monika Grütters bei einem Ortstermin Möglichkeiten auf, wie dort der angestrebte Lern- und Erinnerungsort entstehen könnte. Die Beauftragte für Kultur und Medien besichtigte das geschichtsträchtige Areal voriges Jahr mit weiteren Projekt-Beteiligten.

Alte und neue Heimat an einem Ort.
Neue Elemente am Heidefriedhof Lette offiziell eingeweiht / „Ein Ort zum Gedenken und Mahnen“
Text und Bild: Leon Seyock Allgemeine Zeitung Coesfeld
Lette.
 Der Wind hat schon ein kleines bisschen verraten. Denn ein neuer Schriftzug ziert den Eingang zum Heidefriedhof, der sich unter einer schwarzen Decke befindet. Durch einige Luftstöße ist der Schriftzug schon ein wenig zu erahnen, Bürgermeister Heinz Öhmann, Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Harald Dierig, Vorsitzender des Vereins Barackenlager Lette, haben die Decke angehoben und das Zitat freigelegt: „Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung.“
Neben dem Schriftzug wurden am Heidefriedhof unter den Augen von knapp 70 Besuchern drei Infotafeln und zwei Stelen durch Pfarrerin Birgit Henke-Ostermann und Diakon Arnold Bittner eingeweiht. Die linke Stele besteht aus Wünschelburger Sandstein, die rechte aus Baumberger Sandstein. Damit werden die alte und die neue Heimat der Vertriebenen aus Osteuropa, die nach Lette gekommen sind, symbolisiert. Auf den Infotafeln sind die Namen von 119 Menschen aufgelistet, die auf dem Heidefriedhof bis August 1960 beerdigt wurden. Anlass der Umgestaltung war die 70. Wiederkehr der Ankunft von den heimatvertriebenen Schlesiern, wie Dierig in seiner Ansprache erklärte.
Auch Bürgermeister Heinz Öhmann war gekommen, um einige Sätze zur Einweihung zu sagen. Er wies darauf hin, dass das Projekt ein „Werk der Bürger“ gewesen ist. Vor allem eine Klasse des Pictorius-Berufskollegs war daran beteiligt; sie hat die ersten Entwürfe für die Umgestaltung geliefert. Als „sehr vorbildlich“ stufte Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr das Engagement der Schüler ein, die ebenfalls an der Einweihung teilnahmen. „Die gute Initiative muss weiter verfolgt werden. Das sind wir den Vertriebenen schuldig“, brachte er es auf den Punkt.
Gerold Wilken, Vorsitzender des Heimatvereins, lobte die Zusammenarbeit mit dem Verein Barackenlager. Maria Pier erzählte von ihren Erfahrungen aus damaliger Zeit; sie wurde im März 1946 aus Schlesien vertrieben. „In einem Viehwaggon kamen wir hier an“, sagte sie. Einheimische hätten den Unterschied zwischen Flüchtlingen und Vertriebenen nicht verstanden. Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten konnte Pier mit ihrer Familie in Lette in Frieden leben.
„Die Aufnahme der Vertriebenen war eine persönliche Bereicherung und keinesfalls eine Belastung“, erinnerte sich Martha Elsbecker, die damals mit ihrer Familie einige Menschen aus Ostdeutschland aufgenommen hatte. Nach der Einweihung waren die Besucher eingeladen, Vorträgen von Werner Jostmeier und Joachim Kuropka zu folgen

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HF 2016 Einweihung der Stelen


Foto
Ostermann, Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, Maria Pier (Vertriebene aus Schlesien), Harald Dierig (Vorsitzender des Vereins Denkmal Barackenlager Lette e.V.), Pfarrer Carsten Remke und Diakon Arnold Bittner. Fotos: Leon Seyock
 

                                           “Ein Zeichen an die neue Generation”

Gedenkstelen auf dem Heidefriehof Lette aufgestellt/ Feierliche Einweihung am 24. November
Text und Foto: Steven Micksch Allgemeine Zeitung Coesfeld

LETTE. Lange schauen die Anwesenden auf die beiden neu aufgestellten Stelen auf dem  Heidefriedhof. Von den Gräbern aus kommend steht rechts die Stele aus Wünschelburger Sandstein  gen Osten gerichtet. Wünschelburg (heute: Radków in Polen) liegt in Schlesien und ist symbolhaft für die Heimat, die viele Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg zurücklassen mussten. Die zweite Stele steht der ersten gegenüber und wurde aus Baumberger Sandstein gefertigt und steht dadurch für die Region, in die die Menschen damals kamen - für einige wurde sie eine neue Heimat. „Die Stelen  sind auch ein Zeichen an die neue Generation, sich gegen Terror und Gewalt zu wehren und die Aufgabe Integration anzunehmen", sagte der erste stellvertretende Bürgermeister, Gerrit Tranel, gestern bei der Aufstellung. Die Entwürfe der Steine wurden durch Schüler des Pictorius-Berufskollegs angefertigt. Umgesetzt hat sie der Architekt Gerold Thume aus Coesfeld - möglich machte dies vor allem die finanzielle Unterstützung der Sparkassenstiftung Kreis Coesfeld und der Bürgerstiftung, die das Geld von der Unterstiftung Addy-Bosten-Stiftung erhielt. „Die Stelen sind für jene, die hier liegen, für die die durchgeschleust wurden und die Ortsansässigen die halfen - damals und heute", sagte Harald Dierig vom Verein Denkmal Barackenlager Lette. Er erklärte zudem, dass noch drei Tische auf der Wiese aufgestellt werden. Diese würden Informationen über den  Heidefriedhof sowie eine Gräberliste für die 119 Ruhestätten und ein Plan für deren genaue Lage zeigen. Unter den Gästen befand sich gestern auch Erika Brieske aus Vechta. Mit vier Jahren musste sie gemeinsam mit ihren Eltern die schlesische Heimat in Richtung Lette verlassen. Diese war damals Wünschelburg, wo der Stein für eine der Stelen herstammt. Ihr Großvater Andreas Graser arbeitete sogar einst in diesem Steinbruch. „Ich bin froh, dass ein Stein aus Wünschelburg genutzt wurde", sagte Brieske. Auch der Reichstag, der Warschauer Bahnhof und Denkmäler in Auschwitz und Treblinka seien aus dem Sandstein gefertigt. Jede der Stelen hat drei glatte und eine raue Seite. Diese Bruchkante symbolisiert den schlagartigen Aufbruch, den viele Familien  binnen weniger  Stunden vollziehen mussten. Etwas Sorge hatten die Verantwortlichen im Vorfeld, ob der Baurnberger Sandstein wetterbeständig genug sei. „Aber wir haben einen Stein aus einer  besonderen Kuhle bekommen“, erklärte Dierig. Ein nächster Schritt erfolgt am 24.November, wenn die Stelen auch von der katholischen und evangelischen Kirche eingeweiht werden.Aufgereiht zwischen den Stelen: Links der Stein aus Wünschelburg, rechts der Baumberger Sandstein. Demnächst sollen an der inken Seite noch drei Infotische aufgestellt werden.

HF 2016 Gedenkstelen-auf-dem-Heidefriedhof-Lette-aufgestellt-Feierliche-Einweihung-am-24.-November-Ein-Zeichen-an-die-neue-Generation_image_630_420f_wn

Zudem sollen an diesem Tag auch zwei Tafeln mit Inschriften an den beiden Steinen enthüllt werden. „Einen Wermutstropfen gibt es allerdings", verheimlichte Harald Dierig nicht, „wir stehen hier heute nur, weil wir unsere eigentliche Idee auf dem Gelände des Barackenlagers immer noch nicht umsetzen können." Aufgegeben sei die Idee von dem Erinnerungs- und Lernort auf dem denkmalgeschützten Gelände noch nicht.